Der Umgang
Leider kommt es immer wieder in der Öffentlichkeit zu Missverständnissen, da es für manche Menschen sehr verlockend scheint, einen Blindenführhund im Dienst zu streicheln. Die Folgen, wenn ein Führhund unkonzentriert bei der Arbeit ist, können für Hund und Hundehalter verheerend sein.
So passierte es etwa, dass ein Führhund durch massives Streicheln in der U-Bahn so nervös und unkonzentriert wurde, dass er in der nächsten Station einen Fehler machte und auf die Gleise der U-Bahn stürzte. Sein Besitzer reagierte schnell und konnte ihn gerade noch vor der einfahrenden U-Bahn hochziehen.
Auch ungefragtes Füttern kann Hunden immer wieder große Probleme bereiten, die durch Verständnis und Rücksichtnahme vermieden werden könnten.
Wenn der Führhund sein Geschirr (Brustgeschirr mit Führbügel) trägt, ist er im Dienst und voll konzentriert bei der Arbeit. Er muss auf viele Dinge aufpassen und darf daher keinesfalls gestreichelt, gelockt oder gefüttert werden - auch wenn der treue Hundeblick auch noch so sehr dazu verleitet! Etwaige Konzentrationsfehler könnten ihn nachhaltig beeinträchtigen und damit im schlimmsten Fall die Sicherheit seines Halters gefährden.
Ein Führhund und sein blinder Partner sind ein "starkes" Team und der Hund wurde dazu erzogen, sich nicht ablenken zu lassen. Jeder Versuch dazu untergräbt diesen Gehorsam und der Führhundhalter wird dann zu Recht sehr ungehalten und muss seinen "Engel auf Pfoten" gegebenenfalls dafür tadeln.
Fragen Sie den Führhundhalter immer ob und wie Sie helfen können oder ob Sie den Hund, wenn er nicht im Dienst ist - anfassen dürfen!
Bitte füttern Sie einen Blindenführhund auch nicht, wenn er noch so lieb dreinschaut. Blindenführhunde sind oft an ein spezielles Futter gewöhnt und können durch gutgemeinte Zufütterungen Verdauungsprobleme entwickeln und damit auch seinem Besitzer Probleme bereiten. Sie tun damit nichts Gutes!
Bitte halten Sie Ihren Hund an der Leine, wenn Sie einem Führhund im Dienst begegnen und umgehen Sie das Gespann zügig! Ein Blindenhund darf im Dienst nicht schnuppern und spielen.
Bitte erschrecken Sie Blindenführhunde nicht mit Knallkörpern und dergleichen! Sie gefährden damit die Diensttauglichkeit.
Denken Sie an das Fell oder die Pfoten eines Blindenführhundes, bevor Sie Flaschen, Dosenverschlüsse oder Kaugummis auf Gehwege oder die Straße werfen.
In der "Freizeit" ist ein Blindenführhund jedoch ein ganz normaler Hund und darf sich nach Herzenslust austoben und spielen!
© Copyright 2009-2012 Engel auf Pfoten
